Opferthematik- und Angehörigenarbeit

Unter Berücksichtigung forensisch-psychologischer Aspekte. Gefängnisseelsorgende begegnen Täter-/innen und indirekt Opfern von Straftaten (inkl. Angehörige von Täter/-innen).

Ort

UniS

Schanzeneckstrasse 1, 3012 Bern, A015

Termine

Mo, 07.09.2020, 09:15 Uhr - Di, 08.09.2020, 16:30 Uhr

 Detailinformationen und Anmeldung zum Studiengang auf  www.aws-seelsorge.unibe.ch

 Inhalte 

Im therapieorientierten Behandlungsvollzug ist die Vermeidung neuer Opfer wichtigstes Kriterium. Die Gefängnisseelsorge stimmt sie diesem Vollzugsziel zu. Auch in der Untersuchungshaft begegnen Seelsorgende der Frage nach den Opfern von Straftaten. Mit direkten oder indirekten Opfern (Tatopfer oder Angehörige des Tatopfers) haben Seelsorgende in der Regel keinen Kontakt, da sie die Täter oder Beschuldigten begleiten. Angehörige von Tätern bilden eine eigene Opferkategorie und waren immer schon im Fokus der Seelsorge. In diesem Modul bearbeiten wir drei eng miteinander zusammenhängende Themen: die Auswirkungen einer Straftat auf Opfer, die Arbeit mit Angehörigen in der Gefängnisseelsorge und der forensisch-psychiatrische Aspekt der Entstehung von Straftaten im Blick auf Täter. Dabei werden die am häufigsten bei Tätern anzutreffenden Persönlichkeits- und Sexualstörungen zur Sprache kommen. Dieses Modul ist auch als Weiterbildung für ausgebildete Seelsorgende konzipiert.

 Ziele 

Die Teilnehmenden lernen die verschiedenen Kategorien von Opfern kennen und verstehen, inwiefern Seelsorge im Gefängnis opferbezogen arbeiten kann. Sie kennen die Auswirkungen von Straftaten auf Opfer und können diese Kenntnisse in ihrer Arbeit mit Gefangenen nutzen. Sie verstehen, inwiefern Angehörige von Straftätern durch deren Taten viktimisiert wurden und welche Auswirkungen die Haft als sekundäre Viktimisierung mit sich bringt. Sie lernen Projekte kennen, die dieser Viktimisierung entgegenwirken. Um das Opfer- und oder Angehörigenthema angehen zu können, ist ein vertieftes Verständnis der psychischen Ursachen der Entstehung von Straftaten notwendig. Die Seelsorgenden lernen die wichtigsten Persönlichkeitsstörungen (z.B. Narzissmus und Dissozialität) und Sexualstörungen (z.B. Pädophilie) kennen und verstehen die Auswirkungen dieser Störungen im kommunikativen Geschehen in der Seelsorge.

 Zielgruppe 

Pfarrer/-innen, Gefängnisseelsorger/-innen und weitere Interessierten.

 Lehrmethode 

 Präsenzunterricht 

 Leitung 

Pfr. Frank Stüfen

Referierende

Dr. Bernadette Steiger-Roos, Forensische Psychiaterin;

Guido Ginella, Leiter Opferberatung Zürich;

Pfrn. Barbara Zöller, Angehörigenarbeit JVA Butzbach/DE;

Pfr. Frank Stüfen, Gefängnisseelsorger

Thema/Handlungsfeld

Diakonie und Seelsorge

 Qualifikation 

Weiterbildung, CAS, DAS, MAS

 Kompetenzen 

Glaubwürdig leben - Leben aus dem Evangelium, Glaubwürdig leben – Berufsidentität, Lösungen entwickeln – Hermeneutische Reflexion, Beziehungen gestalten – Beziehung und Empathie, Ergebnisse erbringen – Ziel- und Ergebnisorientierung, Ergebnisse erbringen - Planung und Organisation, Einfluss nehmen – Leitung, Einfluss nehmen – Kommunikation