Mit oder ohne Opfer? Chancen und Risiken der restaurativen Justiz

Die Tagung der Fachgruppe "Reform im Strafwesen" zeigt die Anwendungsbereiche der restaurativen Justiz auf.

Ort

Paulus Akademie

Pfingstweidstrasse 28 8005 Zürich

Veranstalter

Fachgruppe Reform im Strafwesen

Termine

Do, 10.09.2020, 09:30 Uhr - 17:15 Uhr

Der Europarat motiviert seine Mitgliedsstaaten, die restaurative Justiz breit zu fördern. Sie umfasst laut Europarat «alle Verfahren, die es den Personen, die durch eine Straftat geschädigt worden sind, und den Verantwortlichen dieses Schadens ermöglichen, sich in freier Zustimmung mit Hilfe einer fachkundigen und unparteiischen Drittperson (Vermittler) aktiv an der Beilegung der durch die Straftat entstandenen Schwierigkeiten zu beteiligen».

Läutet die restaurative Justiz einen Paradigmenwechsel in der Schweizer Strafjustiz ein? Im Untersuchungsverfahren gegen Jugendliche kennt man bereits die Mediation als aussergerichtliche Konfliktschlichtung. Verschiedene Bestimmungen von Strafprozessordnung und Strafgesetzbuch lassen ein
restauratives Vorgehen auch bei Erwachsenen zu.

Die diesjährige Tagung der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» zeigt die Anwendungsbereiche der restaurativen Justiz auf und beleuchtet ihr Potenzial, aber auch ihre problematischen Seiten. Eine Kooperation der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» mit dem Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, der Universität
Bern, der ZHAW Departement Soziale Arbeit und der Paulus Akademie. Konferenzsprache: Deutsch. Die Referate werden simultan auf Französisch übersetzt.
Im Anschluss an die Tagung wird der Film «Je ne te voyais pas» des Drehbuchautors und Dokumentarfilmers François Kohler gezeigt.

Programm

9.30 Begrüssung
Prof. Dr. Martino Mona, Universität Bern, Präsident der Fachgruppe «Reform im Strafwesen»

9.45 Restaurative Justiz:
Ein vergleichender Überblick
Dr. Clara Rigoni, Max-Planck-
Institut, Freiburg i.B.

10.15 Justice restaurative en
Suisse: état et perspectives
Prof. Dr. Camille Perrier
Depeursinge, Université de
Lausanne

10.45 Pause

11.15 Mediation im Jugendstrafrecht
Ursula Mayerthaler Veerhoek,
ehemals Leiterin Stelle für
Mediation im
Jugendstrafverfahren,
Kanton Zürich

11.35 «Beyond Punishment»
(Filmausschnitt)
Dokumentarfilm von Hubertus Siegert

12.00 Mittagessen

13.30 Restaurative Justiz in der
Praxis
Claudia Christen-Schneider,
Präsidentin Swiss Restorative
Justice

14.00 Restaurative Justiz in der
Familienarbeit von Gefangenen
Dr. Frank Stüfen, Gefängnisseelsorge, Reformierte Kirche Kanton Zürich

14.30 Sorgt die restaurative
Justiz für mehr Gerechtigkeit?
Podiumsdiskussion
mit Claudia
Christen-Schneider,
Prof. Dr.
Jérôme Endrass (Amt Justizvollzug und Wiedereingliederung, Kanton Zürich) und
Thomas Heeb (Rechtsanwalt, Zürich)

15.30 Apéro

16.00 Film
«Je ne te voyais pas»
von François Kohler, 2019 (75').
Der Film ergründet die schwierige Annäherung zwischen Opfern, die versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen, und Tätern, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Massnahmen
der restaurativen Justiz ermutigen beide Parteien, ihre Konflikte selbst zu lösen und sich von ihrem Status zu befreien

17.15 ca. Ende der Tagung

Leitung
Bettina Mez, Jugendanwältin
Zürich-Stadt, Mitglied Fachgruppe «Reform im Strafwesen»;
Hans-Peter von Däniken, Direktor Paulus Akademie

Tagungsort
Paulus Akademie,
Pfingstweidstrasse 28,
8005 Zürich

Kosten
CHF 220.-
bei Anmeldung bis 30. Juni 2020;
CHF 250.-
bei Anmeldung ab 1. Juli 2020;
CHF 165.- für Mitglieder Gönnerverein, Studierende und
Lernende, IV-Bezüger, Freiwillige und mit KulturLegi;

inkl. Mittaggessen, Pausenverpflegung und Apéro

Anmeldung
bis 31. August 2020 auf
www.paulusakademie.ch oder
an Elisabeth Studer,
Paulus Akademie,
Pfingstweidstrasse 28,
8005 Zürich
info@paulusakademie.ch
T 043 336 70 41